Digitalisierung von Lernen und Lehren

Hintergrund:

Die Frage danach, wie sich Lehre und Lernen in den Hochschulen der Zukunft darstellen, betrifft nicht nur didaktische Veränderungen, die mit der Nutzung digitaler Medien ermöglicht werden, sondern berührt grundsätzliche Aspekte der Digitalisierung und die Bereitschaft der Hochschulen, sich diesen zu stellen.

Wesentliches Kriterium ist hierbei eine entsprechende Grundhaltung von Hochschulen gegenüber der Digitalisierung. Diese ist entscheidend, wenn es darum geht, Wandlungsprozesse in der Lehre aktiv einzuleiten oder sich diesen nur passiv zu stellen.

Bisherige Ergebnisse aus den Interviews:

In den Interviews werden zwei an Hochschulen vorherrschenden Grundhaltungen sichtbar:

  • Digitalisierung wird aus Interesse und Neugierde mitgestaltet, um das breite Spektrum der Anwendbarkeit selbst aktiv zu entdecken und zu entwickeln – auch abseits sogenannter Leuchtturmprojekte.
  • Digitalisierung wird eher zögerlich und auf das Notwendige reduziert umgesetzt, weil Studierende, hochschulpolitische Vorgaben oder andere Interessengruppen dies einfordern.

Für Studierende ist der Umgang mit digitalen Medien heute alltägliche Routine. Damit einher geht eine veränderte Erwartungshaltung der Studierenden an Lehre und Lernen: Auch wenn viele Studierende nach wie vor die Möglichkeit der Präsenz und des unmittelbaren Austauschs an der Hochschule schätzen, wünschen sie sich eine stärkere Berücksichtigung digital gestützter Formate. Damit einher geht der Wunsch nach mehr Flexibilisierung der Lernzeiten und –orte, aber auch einer höheren Partizipation im Hinblick auf die Entscheidung über Inhalte, Lernziele und –methoden.

Im Rahmen der Studie haben sich vor diesem Hintergrund folgende Kriterien für erfolgreiches Lernen und Lehren an Hochschulen der Zukunft herauskristallisiert:

Modulare Angebote ermöglichen Studierenden personalisierte Lernerfahrungen. Mit modularem Lernen kann das lineare langjährige Studium an einer einzigen Hochschule aufgebrochen und über mehrere kleine Zeiträume, nach dem je aktuellen Bedarf der Studierenden und über mehrere Hochschulen hinweg verteilt werden. Die Digitalisierung kann hierzu einen wesentlichen Beitrag liefern.

Zusätzlich sollte die Lehre stärker handlungsorientiert und projektbasiert gestaltet werden. Den Studierenden eröffnen sich in diesem Zusammenhang Möglichkeiten zur Teilnahme an verschiedenen flexibel gestalteten Formaten vom individuellen Lernen, über Peer-Learning bis hin zur Einbindung des Lernenden in bereits bestehende Organisationen.

Seitens der Hochschule sollten Lernende in der Auswahl und Umsetzung unterstützt werden, um sie mit verschiedenen globalen, internationalen und regionalen Netzen und Kooperationen in Kontakt zu bringen. Dementsprechend flexibel sollten die Architekturen und Infrastrukturen von Hochschulen gestaltet sein.

Wichtig bleibt aber zu berücksichtigen, dass Studierende wie auch Lehrende den Grad der Durchdringung der Digitalisierung auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen können sollten. Um ein entsprechend umfangreiches Angebot ermöglichen zu können, sind mitunter auch Zusammenschlüsse mehrerer Hochschulen zu einem Netzwerk von Vorteil. Folgende Formate könnten so gleichwertig Berücksichtigung finden:

  • teambasiertes Arbeiten
  • online Angebote
  • Präsenzangebote
  • blended learning Formate
  • Simulationen

Diskussionsanstöße:

  • Welche Grundhaltung überwiegt Ihrer Ansicht nach an deutschen Hochschulen?
  • Welche Erwartungshaltung haben Studierende an die Hochschule?
  • Ihr Diskussionsansatz …